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Nachrichten aus dem Landesverband


Arbeiten wie zu Kaisers Zeiten!

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat sich vor knapp 2 Wochen zum Vorreiter einer Bundesratsinitiative zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten für Beschäftigte ermächtigt, welche die Arbeitsbedingungen für beinahe 250.000 Beschäftigte in Baden-Würtemberg einschneidend verschlechtern würde.

Elwis Capece, Mitglied des Landesvorstands für DIE LINKE Baden-Württemberg und Gewerkschaftssekretär bei der NGG, zuständig für die Regionen Karlsruhe und Mannheim erklärt dazu:

„In diesen Tagen erinnern wir uns zurecht an die demokratischen Errungenschaften während und nach der Novemberrevolution 1918. Eine der herausragenden Veränderungen war die Einführung des 8 stündigen Arbeitstags, nach wie vor die Basis aller Arbeitszeitregelungen. Damit verknüpft ist die gesetzliche Obergrenze, dass ein Arbeitstag maximal 10 Stunden betragen darf. 

Schon seit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns, im Januar 2015, versucht der Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) dieses Gesetz aufzuweichen. Die Forderung der Arbeitgeber schwankte dabei lange zwischen dem 12. oder dem 13. Stundentag.  Aktuell ist sie bei 13 Stunden angekommen, dies ist die Arbeitszeit die entsprechend der europäischen Arbeitszeitrichtlinie erlaubt ist. Ganz eindeutig geht es dem Verband dabei die politische Niederlage in Sachen gesetzlicher Mindestlohn zu kompensieren und Lohnkosten durch die Verlängerung er Arbeitszeiten zu strecken bzw. zu senken.

Das Hotel- und Gaststättengewerbe boomt, das statistische Landesamt meldet ständig steigende Umsätze und Belegungszahlen. Nicht umsonst wird die Branche bereits in vielen Städten Baden-Württembergs als wirtschaftlicher Wachstumsmotor betrachtet. So sollen z.B. in Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und in weiteren Städten die Hotelkapazitäten stark ausgebaut werden. Auf der anderen Seite kämpft die Branche schon seit Jahren mit der Attraktivität. Dies vor allem weil den Beschäftigten ein überdurchschnittlich hohes Maß an Flexibilität zugemutet wird, für relativ wenig Geld und Freizeit.

Sollte sich die Änderung des Arbeitszeitgesetzes durchsetzen, wie von Grün-Schwarz in Baden-Württemberg gefordert, werden nach den Gastronomen schnell auch andere Arbeitgeberverbände versuchen ihre Interessen an dieser Stelle durchzusetzen. McDonalds und Co, Pflegedienste und der Lebensmitteleinzelhandel. Ganz schnell arbeiten die Menschen dann wieder wie vor mehr als 100 Jahren zu Kaisers Zeiten!“