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Nachrichten aus dem Landesverband

Sahra Mirow, Landessprecherin

Chancengerechte Bildung in Zeiten von Corona

Die Corona Krise verschärft soziale Ungleichheiten in der Bildung und verringert gleiche Bildungschancen. Zu diesem Ergebnis kommt der in dieser Woche vorgestellte nationale Bildungsbericht. Der Landesvorstand der LINKEN. Baden-Württemberg sieht großen bildungspolitischen Handlungsbedarf im Land. Die baden-württembergische Kultusministerin und CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann trage mit unausgegorenen Plänen zu einer Verschärfung der Bildungsungerechtigkeit bei.

Sahra Mirow, Landessprecherin der LINKEN. Baden-Württemberg, erklärt dazu:
„Wir begrüßen grundsätzlich die vollständige Öffnung der Kitas bis Anfang Juli. Kinder und Eltern sind die großen Leidtragenden der letzten Wochen. Gerade Frauen werden momentan mit der massiven Mehrfachbelastung durch Erwerbs-, Sorge- und Hausarbeit alleine gelassen. So verschärft Corona nicht nur die Bildungungleichheit, sondern auch die Geschlechterungerechtigkeit. Rettungsschirme wurden vor allem für große Konzerne aufgespannt, während Familien im Regen stehen. DIE LINKE fordert daher ein Corona-Elterngeld und die Aufstockung der Grundsicherung um 200 Euro.
Die Landesregierung darf sich bei der Öffnung der Kitas aber nicht aus der Verantwortung stehlen. Momentan werden die Einrichtungen mit der Erstellung der Hygienepläne und Einhaltung der Infektionsschutzbestimmungen alleine gelassen. Das Kultusministerium muss ein klares Umsetzungskonzept vorlegen. Die Öffnung der Kitas darf nicht zu Lasten der Gesundheit der Erzieher*innen gehen. Wir lehnen es entschieden ab, jetzt darüber zu diskutieren, den Mindestpersonalschlüssel in den Kitas zu senken. Die Corona-Pandemie hat stattdessen gezeigt, dass es mehr Erzieher*innen braucht, auch um kleinere Gruppen und damit einen besseren Infektionsschutz zu gewährleisten. Bildung beginnt in den Kitas – es ist daher Zeit, die Kita-Gebühren endlich komplett abzuschaffen.“

Daniela Grondey, Sprecherin der LAG Bildung der LINKEN. Baden-Württemberg, ergänzt zu der Situation an den Schulen: „Es ist gut, dass nicht nur die Kitas, sondern auch die Grundschulen vollständig geöffnet werden. Allerdings muss auch hier der Lehrkräftemangel behoben werden und es fehlt bislang ein Konzept, wie der ÖPNV für Schüler*innen risikoärmer gestaltet werden kann. Wir schließen uns der Forderung der Gewerkschaften an, dass angesichts der Corona-Pandemie die Untergrenze für eine Vertretungsreserve ab dem kommenden Schuljahr bei 5% liegen sollte. Die Krise verdeutlicht aber auch, dass die Landesregierung die Digitalisierung in der Bildung verschlafen hat. Als LINKE fordern wir, dass allen Schüler*innen eine ausreichende digitale Ausstattung zur Verfügung steht. Digitale Endgeräte müssen im Rahmen der verfassungsmäßigen Lernmittelfreiheit allen zur Verfügung gestellt werden. Dafür muss die Lernmittelverordnung angepasst werden. Geld ist da! Die Finanzierung kann durch den DigitalPakt Schule erfolgen. Wir müssen die Krise nutzen, um unser Bildungssystem digitaler, inklusiver und kreativer zu gestalten.“